Salomo.de Der Salomo.de News Feed http://www.salomo.de Die Konfettirisierung des Lebens Gastbeitrag für den Spiegel zu sprechen. Titel: "Die Konfettirisierung von Forschung und Lehre".

Meyers These: Das Studium ist mittlerweile zerstückelt in lauter Einzelveranstaltungen, die nicht aufeinander aufbauen geschweige denn aufeinander abgestimmt sind. Konfetti eben.

Die Folge: Der Student hangelt sich von Veranstaltung zu Veranstaltung. Jede Veranstaltung, die er abgeschlossen hat (hoffentlich erfolgreich!), interessiert ihn nicht mehr. Kein Stück. Die Folge der Folge: Fehlendes Engagement bei verflossenen Themen und Professoren nach dem Motto "brauche ich sowieso nicht mehr".


Was hat das mit Salomo zu tun? Viel. Professor Meyer und ich kamen in unserem Gespräch darauf, dass es diese Konfettirisierung nicht nur in der Uni, sondern im Leben überhaupt gibt. Man denkt und handelt in Abschnitten ("nach mir die Sintflut") und vernachlässigt damit das Saat-Ernte-Gesetz®:

"Von der Frucht seines Mundes kann man sich satt essen an Gutem, und das Tun der Hände eines Menschen kehrt zu ihm zurück." (Sprüche 12,14)


Wo zeigt sich das Vernachlässigen dieses Grundsatzes konkret? Im Folgenden diskutiere ich drei Themen an: Job, Geschäftsbeziehung, Freundschaft.


Der verflossene Arbeitgeber

Fragen Sie mal einen Unternehmer, wie sich Mitarbeiter engagieren, die gekündigt haben. Der Tenor: "Nicht wenige" haben nur den nächsten Job im Blick. "Die Leute machen keine Übergabe, kein nix" - so klagen die verflossenen Chefs und wundern sich über den Anstieg von gelben Zetteln nach der Kündigung.

Auf Vorstandsebene kann das in so eine Art Karrierehopping ausarten: Man nimmt einen Job an, macht viel Mist, lässt sich abfinden - auf zum nächsten Job und da das Spiel von neuem. Okay, ich übertreibe, aber Sie verstehen hoffentlich, was ich meine.

Die Folge: Der Weg zurück zum Ex-Chef ist versperrt. Eine Weiterempfehlung ist nicht zu erwarten.


Der verflossene Kunde

Fragen Sie mal einen Ex-Kunden, wie ihm sein bisheriger Lieferant gegenübertritt, wenn der Vertrag gekündigt wurde oder wenn die Geschäftsbeziehung nicht mehr besteht. "Die tun gerade noch das Nötigste" oder "Der kennt mich überhaupt nicht mehr" - so klagen die verflossenen Kunden und wundern sich darüber, dass sie keine Weihnachtspost mehr bekommen.

Die Folge: Der Weg zurück zum Ex-Kunden ist versperrt. Eine Weiterempfehlung ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil.


Der verflossene Freund

Fragen Sie mal einen Ex-Freund, wie ihm sein früherer Freund begegnet, wenn die Freundschaft gekündigt ist oder man sich nur auseinander gelebt hat. "Der geht mir aus dem Weg" oder "Der hat jetzt andere Freunde" - so klagen die verflossenen Freunde und wundern sich, warum keiner mehr zum Geburtstag anruft.

Die Folge: Der Weg zurück zum Ex-Freund ist versperrt. Hilfe, wenn man sie brauchen könnte, ist nicht zu erwarten.


Auf alten Brücken lässt sich gut laufen

Salomo empfiehlt: Reißen Sie nicht die Brücken hinter sich ab. Ich gestehe Ihnen zu: Nicht jeder muss Ihr bester Freund bleiben. Aber vielleicht wird er wieder ein Freund. Und das geht nur, wenn Sie nicht in Abschnitten denken.

Wie der Designer, den ich in einer Agentur kennen lernte. Er hatte gerade bei unserem Chef angefangen, meinte ich, stellte aber fest: Er hatte schon mal für unseren Chef gearbeitet, gekündigt und war nun wieder zurückgekommen. Das fand ich stark: Designer und Chef konnten wieder auf der alten Brücke laufen. Warum? Weil sie sie stehen gelassen hatten.

Zum Glück für Salomo, Sie und mich gibt es zahlreiche solcher Gegenbeispiele. Aber eben auch Gegenbeispiele der Gegenbeispiele. Schade!]]>
http://www.salomo.de/blog/selbstmanagement/61/die_konfettirisierung_des_lebens.html 2010-08-20 13:53:27
Neuer Termin für Seminar "Die Schreibtricks der Meister"
SchreibtricksMeister.jpg



Der Countdown läuft: Am 23. und 24. November 2010 gebe ich in Düsseldorf für Management Circle das offene Seminar "Die Schreibtricks der Meister". Wir schauen uns an, was die Meister zu Meistern gemacht hat und welche Schreibtricks sie uns empfehlen.

Dazu lesen wir zum Beispiel Ausschnitte aus Arthur Schopenhauers Essay "Über Schriftstellerei und Stil", Mark Twains Aufsatz "Die schreckliche deutsche Sprache" und Kurt Tucholskys "Ratschläge für einen schlechten Redner". Sie sehen: Mit dem Besuch des Seminar tun Sie auch etwas für Ihre Allgemeinbildung!

Doch wichtiger: Mithilfe der 10 x 3 Schreibtricks verbessern Sie Ihren Schreibstil sogleich im Seminar. Denn wir nehmen uns viel Zeit zum Üben!

Hier nun die 3 x 3 Schreibtricks:

Thukydides - der Menschenkenner:
(1) Anerkennung - Zeige Wertschätzung!
(2) Angst - Gib Sicherheit!
(3) Nutzen - Achte auf den Vorteil deines Partners!

Horaz - der Angenehme:
(1) Kurz - Streiche Wörter, Sätze, Absätze!
(2) Humor - Schreibe mit Witz!
(3) Nachsicht - Sei großzügig!

Luther - der Kraftvolle:
(1) Fokus - Konzentriere dich auf ein Thema!
(2) Klarheit - Schreibe verständlich für Siebenjährige!
(3) Bilder, Vergleiche - Schreibe bildhaft

Weitere Informationen und Anmeldung]]>
http://www.salomo.de/blog/kommunikation/60/neuer_termin_fuer_seminar_die_schreibtricks_der_meister.html 2010-08-16 13:00:23
Der großzügige Eisverkäufer
Ich: "Ich bringe Ihnen gleich das restliche Geld vorbei." Er machte ein weiteres Mal eine Handbewegung nach dem Motto "Ist egal, schenke ich Ihnen auch gern."


Großzügigkeit kommt zurück

Raten Sie mal, was ich als nächstes tat! Das, was Sie auch getan hätten, wenn Sie Ihre Ferienwohnung wie ich ganz in der Nähe gehabt hätten: Ich ging nach Hause, holte mein Geld, bezahlte die 1,20 Euro und kaufte sogleich zwei weitere Eiskugeln: für meine Frau und mich.

Ich werde auf Langeoog nur bei Eiscafé Venezia (so heißt das freundliche Lokal in der Barkhausenstraße) Eis kaufen, das verspreche ich Ihnen! Und wenn ich dafür einen Umweg gehen muss, ist mir egal.

Diese nette Geste, diese 1,20 Euro haben mich zu einem Stammkunden gemacht. Wahrscheinlich kannte der Eisverkäufer den folgenden Spruch Salomos:

"Wirf dein Eis hin auf die Fläche des Wassers! - denn du wirst es nach vielen Tagen wieder finden! (Prediger 11,1) - Entschuldigung: Im Original heißt es natürlich: "Wirf dein Brot hin ?"


Was meint Salomo damit? Er meint damit, dass wir ruhig etwas geben sollen, ohne sofort einen Ausgleich, ein Ergebnis zu erwarten. (Unternehmer sprechen von "Return on Investment".)

Gemäß dem Saat-Ernte-Gesetz® bekommen wir das Gute wieder zurück. Oft später als wir denken. Darum sagt Salomo "nach vielen Tagen". Also nicht ungeduldig sein! Oft aber bekommen wir postwendend das Gute zurück - wie der großzügige Eisverkäufer.


Der ungeduldige Ralf Lengen

Ich hatte zeitgleich die Möglichkeit, dieses Prinzip ebenfalls auszuprobieren: Nach einem Vortrag von mir wollte eine junge Dame eine Publikation kaufen, hatte aber statt der 20 Euro nur 10 Euro dabei. Ich: "Nehmen Sie es ruhig mit und geben Sie mir in einem Umschlag die restlichen 10 Euro an der Rezeption der Ferienwohnung ab."

Ich gestehe: Ich habe am nächsten Tag nachgefragt - kein Briefumschlag da. Am nächsten Tag dasselbe: kein Briefumschlag weit und breit. Doch am Nachmittag war er da! Darüber habe ich mich sehr gefreut!


Großzügigkeit kommt zurück - aber nicht immer

Als ich diese Eisgeschichte heute Abend erzählte, widersprach mir ein Mann. Großzügigkeit zahle sich nicht immer aus. So habe er ein seltenes Teil einem Kunden einfach so auf Vertrauensbasis mitgegeben. Und? Nie wieder etwas von diesem Kunden gehört.

Dieser Einwand ist berechtigt! Sicherlich haben auch Sie solch eine Gegen-Geschichte zu erzählen. Ich auch! Doch das sind die Ausnahmen von der Regel. Die Regel besagt: Mit Großzügigkeit beschenken Sie nicht nur andere. Auch Sie werden beschenkt.]]>
http://www.salomo.de/blog/tagebuch/59/der_grosszuegige_eisverkaeufer.html 2010-07-29 23:02:27
"Er war immer scharf auf das, was andere gerade hatten" 650 Millionen Euro wert sein soll. Dennoch berichtet der Journalist Claus Jacobi folgendes über ihn:

"Wenn ich mit ihm essen ging, bestellte ich nach Möglichkeit, was er gewählt hatte. Sonst probierte er gern von meinem Teller. Er war immer scharf auf das, was andere gerade hatten." (Claus Jacobi: Fremde, Freunde, Feinde. Ein private Zeitgeschichte, Berlin / Frankfurt 1991)


Vom wem ist die Rede? Von Rudolf Augstein, dem Herausgeber der Wochenzeitschrift "Der Spiegel". Claus Jacobi bescheinigt Augstein zwar in demselben Absatz, dass Geld kein Götze für ihn gewesen sei, aber es bleibt dabei: Rudolf Augstein hatte alles, aber wollte immer mehr. In Salomos Worten:

"Totenreich und Abgrund werden nicht satt, und die Augen des Menschen werden nicht satt." (Sprüche 27,20)


Sie sagen jetzt natürlich: "Na ja, wenn ich so viel wie Salomo oder wie Augstein hätte, dann wäre ich zufrieden."

Ich muss Sie enttäuschen. Wenn Sie so sind wie ich, dann orientieren Sie sich immer an den anderen, und zwar denen, denen es besser geht.

Damit Sie mir Glauben schenken, hier abschließend ein Zitat von David Packard, dem Gründer von Hewlett Packard:

"Es gibt ein altes Sprichwort über Löhne und Gehälter: Sie können noch so hoch sein, der Mitarbeiter meint immer, er brauche 10 Prozent mehr."
(David Packard: Die Hewlett Packard Story, München 1996, Seite 82)

]]>
http://www.salomo.de/blog/selbstmanagement/58/er_war_immer_scharf_auf_das_was_andere_gerade_hatten.html 2010-07-14 16:38:57
Der Weise regt sich nicht über Papiertüten auf
Letzten Samstag war sie jedoch nicht da. Die Stellvertreterin wusste von nichts. Auf meine Frage nach den tollen kleinen Tüten meinte sie, dass sie mir die nicht geben könne.

Was ist das denn? Mir, dem besten Stammkunden aller Zeiten, wird eine berechtigte Bitte abgeschlagen? Ich wurde tatsächlich etwas sauer und wollte gerade lospoltern: "Wissen Sie, wie viele Brötchen ich hier schon gekauft habe? (usw.usw.)" Das würde dem ersten Teil des folgenden Salomo-Spruches entsprechen:

"Seinen ganzen Unmut läßt der Dummkopf herausfahren, aber der Weise beschwichtigt ihn zuletzt."


Moment: Soll ich wirklich für so ein paar Papiertüten den Unweisen markieren?

Okay, kurz mal bis drei zählen. Die Guteste kennt ja gar nicht den Deal. Ich erklärte ihr also freundlich die Abmachung. So richtig überzeugen konnte ich sie leider nicht.

Aber erstens waren wir beide okay miteinander (zwei, drei Tage später traf ich sie erneut), und zweitens gab es ein halbes Happy-End: nicht wie sonst 7-10 Tüten (Angaben ohne Gewähr), sondern 2. Immerhin!


PS vom 14. Juli 2010: Heute war ich wieder da. Dieselbe Frau. Und ein neuer Rekord: 18 Papiertüten.


]]>
http://www.salomo.de/blog/tagebuch/57/der_weise_regt_sich_nicht_ueber_papiertueten_auf.html 2010-07-12 12:37:12
Kooperationspartner verloren - Konkurrenten bekommen Biographie über Albert Speer, den Chefarchitekten des Dritten Reiches und engen Vertrauten Adolf Hitlers. Diese Biographie hätte noch eine Spur besser werden können, sie hätte die einzige große Biographie über Speer bleiben können, - wenn, ja, wenn sie sich an einem Tag in Frankfurt besser beherrscht hätte. Was war passiert?

Gitta Sereny hatte sich mit dem Sohn Albert Speers, Albert Speer Jr., verabredet. Und der wollte den Publizisten Joachim Fest - aus welchem Grund auch immer - dabei haben. Das aber wollte Gitta Sereny nicht. Sie wollte ohne einen Dritten mit Albert Speer Jr. sprechen. Laut Joachim Fest konnte sie ihren Ärger nicht im Zaum halten. Fest berichtet in einer Protokollnotiz:

"Als ich gestern Mittag in das Foyer des Frankfurter Hofs kam, war Frau Sereny schon da. Sie fuhr bei meinem Anblick unverzüglich hoch und fragte, ob ich ihretwegen erschienen sei. Als ich bejahte, zeigte sie sich gleichsam aus dem Stand heraus aufs höchste empört und herrschte mich an: «Verschwinden Sie! Ich habe Sie nicht hergebeten! Sie stören mich! Ich möchte mit Albert sprechen und nicht mit Ihnen! Sie haben hier nichts verloren!» Meinen Einwand, dass ich lediglich den Wunsch Herrn Speers folgte, tat sie ab und fuhr in ihrem Wortschwall fort: «Gehen Sie! Ich will sie hier nicht sehen! »" (Joachim Fest: Die unbeantwortbaren Fragen. Notizen über Gespräche mit Albert Speer zwischen Ende 1966 und 1981, Reinbek bei Hamburg 2006, Seite 258f.).


Die Szene endet so, wie sie angefangen hat: unschön. Laut Joachim Fest kam Albert Speer Jr. hinzu und wollte in der Tat das Gespräch nur in Anwesenheit von Fest führen. Dieses Gespräch habe sich - wen wundert´s? - mühsam dahingeschleppt. Darauf "stand Frau Sereny abrupt auf und rauschte gekränkt davon." (ebenda)


Ich will hier nicht über den Ärger von Gitta Sereny urteilen. Vielleicht war er berechtigt. Vielleicht hätte ich mich an ihrer Stelle auch geärgert oder noch mehr geärgert. Doch darum geht es hier nicht. Es geht darum, ob man seinen Ärger zeigt und rauslässt oder nicht. In Salomos Worten:

"Der Narr - sein Unmut tut sich an demselben Tag [noch] kund, wer aber die Schmach verborgen hält, ist klug." (Sprüche 12,16)



Ärger hat Folgen

Welche Folgen hatte das im Falle Sereny - Fest? Lassen wir Fest erneut zu Wort kommen:

"Vielleicht hätte sie sich besonnen, wenn ihr bekannt gewesen wäre, dass ich in einer Aktentasche die vorstehenden Notizen [d.h. Protokolle von Gesprächen mit Albert Speer, Anmerkung von Ralf Lengen] bei mir hatte, die ich ihr für ihre Arbeit übergeben wollte: Sie solle, hatte ich ihr in einem kleinen Brief dazu geschrieben, nach Belieben damit verfahren, [...] nützlich könnten sie ihr in jedem Falle sein, und sei es nur, um Speers Ausführungen mit ihren eigenen Notizen zu vergleichen." (ebenda)


Joachim Fest selbst sah damals nach eigenen Angaben keine Verwendung für diese Aufzeichnungen und plante, sie einem Archiv zu überlassen. Doch nun änderte er seine Meinung:

"Gitta Serenys ungewöhnlicher Auftritt hatte das Vorhaben vereitelt. Als einige Jahre später ihr Buch über Speer herauskam, habe ich die vorliegenden Notizen noch einmal gelesen und bald darauf meinen Entschluss korrigiert, das Leben Albert Speers nicht zu beschreiben. Die Biographie ist 1999 erschienen." (ebenda, Seite 259f.)


Also: Gitta Sereny bekam nicht nur nicht die Notizen, sie bekam außerdem Konkurrenz in Form von Fests Biographie über Speer. Und schließlich veröffentlichte Joachim Fest selbst die Notizen in einem Buch (aus dem die hier angeführten Zitate stammen).


Es gilt das Urteil des Hörers

Achtung: Wir haben nur eine Seite gehört, die von Joachim Fest! Sereny bekam nicht die Möglichkeit sich zu äußern. Stimmt. Ich würde in der Tat vorziehen, auch ihre Meinung hier zu präsentieren.

Doch so hart es klingt: Es ist egal. Denn selbst wenn Joachim Fest diese Szene überzeichnet haben sollte: So kam es nun einmal bei ihm an! Und deswegen war er nicht mehr bereit, Sereny den geplanten Gefallen zu tun.
]]>
http://www.salomo.de/blog/selbstmanagement/56/kooperationspartner_verloren___konkurrenten_bekommen.html 2010-07-02 20:02:46
Freuen Sie sich über Kritik!
Vielleicht ist in Ihnen das vorgegangen, was auch in meinen Seminar-Teilnehmern vorgeht, wenn ich diese Frage stelle. Zunächst einmal sagen sie: "Kritik, nein, danke!" - Doch bei weiterem Überlegen kommt häufig die Antwort: "Im Moment tut die Kritik weh, aber langfristig bringt sie mich weiter."

Aha, die Kritik bringt also weiter. Natürlich! Und warum? Weil die meisten Kritiker es tatsächlich gut meinen! Entweder mit uns oder zumindest mit der Sache oder mit dem Projekt an sich (und letzteres bringt uns ja auch weiter).


"Kritik ist das größte Lob"

Martin Oetting hat diese gute Absicht des Kritikers nett begründet aus Anlass der Fußball-WM: In seinem Artikel "Fans. Oder: warum Kritik das größte Lob ist" sagt er, warum Fans ihre Mannschaft kritisieren:

"Weil sie wollen, dass das eigene Team noch besser wird. Sie hoffen so sehr, dass die Mannschaft das nächste Spiel gewinnt. Und dann das danach. Und das dritte dann auch. Dafür machen sie ein enormes emotionales Investment."


Laut Oetting sollen sich nicht nur Fußball-Teams über Kritik freuen, sondern auch Marken.

"Fans sind anstrengend. Fans sind kritisch. Fans sind laut und fordernd. Auch und grade im Web. Fans sind das Beste der Welt." (Hervorhebung von Oetting)


Was Oetting auf Fußball, Marken und Web bezieht, sagt Salomo allgemein über Beziehungen zwischen Menschen:

"Besser offene Kritik als verborgen gehaltene Liebe." (Sprüche 27,5)


Von verborgen gehaltener Liebe haben Sie wenig bis nichts, Kritik hingegen bringt Sie weiter. Unter welcher Voraussetzung? Wenn der, welcher Sie kritisiert, um in der Fußballsprache zu bleiben, Ihr Fan ist! Genau das drückt Salomo in dem darauf folgenden Spruch aus:

"Treu gemeint sind die Schläge dessen, der liebt, aber überreichlich die Küsse des Hassers." (Sprüche 27,6)


Auf das Motiv kommt es an

Auch Salomo weiß: Kritik tut weh. Wenn sie aber von jemandem geäußert wird, der es gut mit Ihnen meint, dann sollten Sie sich darüber freuen oder zumindest nicht in Abwehrhaltung gehen.

Noch eins: "Überreichlich sind die Küsse des Hassers". Damit meint Salomo wohl Schmeichelei. Küsse und Lob sind eigentlich etwas Feines. Aber Vorsicht: Achten Sie bitte auf das Motiv Ihres Gesprächspartners!

Das Ganze gilt natürlich auch, wenn Sie kritisieren bzw. loben. Geben Sie sich einen Ruck und kritisieren Sie Ihren Gesprächspartner. Nur Ihr Motiv muss stimmen. Und loben Sie, aber prüfen Sie bitte Ihr Motiv!


Neu: Seminar "So kritisieren Sie richtig"
Der richtige Moment für Kritik
Weniger loben!
]]>
http://www.salomo.de/blog/selbstmanagement/55/freuen_sie_sich_ueber_kritik.html 2010-06-22 19:11:41